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Monatsbericht September 2013

Auch in diesem Monat freuen wir uns, ein neues Mitglied im Team begrüssen zu dürfen: Kahtrin Echterhoff, die uns für zwei Monate im Projekt unterstützen wird.

Gleich zu Beginn des Monats standen wir vor einer Herausforderung. Leider mussten wir eine Gebärende in der Endphase der Geburt in eine öffentliche Klinik verlegen, da das kindliche Köpfchen nicht tiefer trat. Dies war nicht nur für die Frau selbst, sondern auch für das deutsch-österreichische Team eine sehr emotionale und erschreckende Erfahrung. Zwar waren wir auf die Umstände in einer Tamilischen Klinik theoretisch vorbereitet, doch erst vor Ort wurde uns bewusst, was es wirklich bedeuten muss, hier  behandelt zu werden. Glücklicherweise waren bei anschliessendem Hausbesuch Mutter und Kind wohlauf und hatten sich von den Strapazen der Geburt erholt.

In der ersten Septemberwoche fand das bereits lange geplante Meeting mit PMD-MitarbeiterInnen statt, bei dem wir einen Acht-Wochen-Plan für Dorfbesuche ausarbeiteten. Wöchentlich finden zwei "Village Visits" statt, das ganze in einem Zeitraum von acht Wochen,  sodass insgesamt 16 verschiedene Dorfbesuche geplant sind. Nach acht Wochen beginnt dieser Plan dann von Neuem. So möchten wir erreichen, dass die Schwangeren in regelmässigen Abständen versorgt werden. Dieser Plan wurde sogleich in die Tat umgesetzt und so war es uns möglich in diesem Monat sechs Village Visits durchzuführen. Besonders gefreut haben wir uns darüber, dass die meisten davon sehr zahlreich besucht waren und wir viele der Frauen zur Yoga-Stunde und Geburtsvorbereitung ins MHC einladen konnten.

Ein freudiges Ereignis war die Geburt eines Mädchens am 13.September.

Ende des Monats standen wir vor einer weiteren Herausforderung, als eines Abends eine Frau, die ihr viertes Kind erwartete, im MHC eintraf. Sie hatte kräftige Wehen und die Geburt des Kindes stand kurz bevor. Da sonntags eine Krankenschwester nur auf Abruf ist und wir auf deren Ankunft warten mussten, war es uns bis dahin nicht möglich uns mit der Gebärenden zu verständigen und Befunde zu erheben. Während wir mit der Frau die Wehen veratmeten und sie betreuten, erhielten wir einen Anruf von unserer Ärztin Dr. Annie, welche von einer anderen Krankenschwester darüber informiert wurde, dass die besagte Patientin HIV positiv sei. Aufgrund der Ablehnung gegenüber HIV-Infizierten war die Frau auf der Suche nach einem Ort, an dem sie ihr Kind gebären kann. Nachdem ihre Vorgeschichte in den umliegenden Kliniken bereits bekannt war, schien das MHC ihre letzte Hoffnung zu sein, da wir keinerlei Informationen über sie hatten. Die Patientin hoffte auf die Geburt ihres Kindes, noch bevor wir von ihrer Infektion erfahren würden. Bedauerlicherweise ist es uns untersagt worden, im MHC HIV-infizierte Personen zu behandeln, daher mussten wir die Gebärende so schnell wie möglich in die nächstgelegene Klinik verlegen.

Kurze Zeit später erreichte uns die Nachricht, dass ein kleiner Junge das Licht der Welt erblickte. Nun bemühen wir uns darum, wieder Kontakt zur Patientin aufzunehmen, um die Familie weiter betreuen zu können.

Am letzten Tag des Monats fand wieder ein freudiges Ereignis statt: Miras Geburtstag. Mit einer indischen Torte und bei 35 Grad verbrachte Mira einen aussergewöhnlichen Tag.

Liebe Grüsse aus Indien,
Mira, Kathrin und Aileen