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In der Ruhe liegt die Kraft 5 Years, 5 Months ago  

E-Visa/Work-permit

Am 05-08-2011, nachdem wir unsere beiden Stromer nach erfolgreich beendeter Spannungs-Tätigkeit wieder zum Flughafen nach Chennai gebracht hatten, machten wir uns auf den Weg zum „Under-Secretary to Govt. of Tamil Nadu, Public Department (Foreigner)" in die alten Räume der Tamil Nadu Hauptverwaltung, nachdem die neue (alte) filmschauspielende CM (Chief Minister) des Staates den Umzug in das von der Vormals-Regierung erbaute, 45 Mio. € teure Gebäude wie vor der Wahl angekündigt rückgängig gemacht hatte.
Wir mußten also nicht lange suchen, da wir erst zu Beginn des Jahres 2011 in diesen Räumen die Verlängerung des E-Visum bis 23-06-2011 erhalten hatten.
Es ist einfach besser, persönlich zu erscheinen, statt sich auf Anwälte zu verlassen, welchen man hinterher telefonieren muß.
Der Rest war einfach: Die freundliche Dame suchte in einem dicken Buch unsere Namen, fand diese unter dem Eintrag vom 27-07-2011 und bereitete mit Hilfe der Chefin die Verlängerung des E-Visum bis 23-06-2012 vor, welche wir per Stempel und Unterschrift dann nach(!) 4 Uhr p.m. erhielten. Der Tag war also für diesen Stempel verbraucht. Aber immerhin. Wir haben also jetzt ein E-Visum:
E für EMPLOYMENT. Das heißt, der Arbeitsvertrag mit der PMD kann bis zu diesem Zeitpunkt aufrecht erhalten werden.
Das heißt nicht, daß wir arbeiten dürfen, da wir die hierfür notwendige Arbeitsgenehmigung (W-Permit), die eine schriftliche Anerkennung unserer Zeugnisse durch die Indische Zentralverwaltung voraussetzt, nicht haben.
Da dieser Unterschied schwer zu vermitteln ist, traf ich mich am 06-08-2011 um 19:30 Uhr mit dem Chief Medical Officer von Pondy, der die Problematik deutlich erkannte:
Sie brauchen also eine schriftliche Anweisung der notwendigen Schritte, um in Tamil Nadu als Hebamme, bzw. Arzt arbeiten zu können, damit die Deutschen Ihre derzeitige Situation, nicht arbeiten zu dürfen, verstehen. Er rief den DDH in Viluppuram an, um von diesem ein solches Schreiben zu erwirken.
Meine insgeheime Wette über den Ausgang dieses Gesprächs habe ich gewonnen:
Der DDH, Herr Krishnamurti, verwies auf das Medical Council in Madras, wo man die „Rules and Regulations für im medizinischen Bereich in Tamil Nadu tätige Ausländer“ erhalten würde. Herr Kalimuthu, Chefoberster Doktor in Pondy, hat versprochen, mir den Namen des Verantwortlichen in Madras zu geben, damit das Verfahren zur Verständlich-Machung der Verwaltungs-Schritte nicht zur unendlichen Geschichte ausartet.
Ungeachtet dessen hat er mich nochmals eindringlich darauf hingewiesen, daß die Aufnahme einer Tätigkeit ohne Vorliegen einer Genehmigung - wie überall in der Welt, so auch in Indien, eine Straftat ist. Ich hatte das wohl verstanden.
Bleibt zu hoffen, daß es zwischen Indien und Deutschland Anerkennungsverträge der entsprechenden Zertifikate gibt. Wenn nicht, greift die Prozedur der Anerkennung ausländischer Berufszeugnisse wie ich sie von meinem Klinik-Alltag kenne:
Anerkennungsjahr in einer zugelassenen Einrichtung, Prüfung und ggf. Sprachtest.
Dann war´s das!

Bleiben Sie uns verbunden!

Ihr Dr. W. Donné

Der Sonntags-Hindu ist immer lesenswert: Gefälschte Zugangspapiere zum Medizin-Studium, Betrügereien ungeahnten Ausmaßes, Korruption ohne Ende und – die Suche nach einer Verwendung des Neuen Chief Secretariat in Chennai, geplant von Deutschen Architekten, die zu meinem Erstaunen u. a. den Bahnhofs-Vorplatz in Koblenz gestaltet haben. Irgendwie hatte ich den Namen schon mal gehört oder gelesen.. http://www.gmp-architekten.de/en/projects.html dann „T“ „Tamil Nadu Legislative Assembly Complex“ und bewundern. Laut Hindu hat das Ensemble bislang 500 Millionen Rupien gekostet, was nicht den von mir o. g. 45 Mio € entspricht.
Armes Indien?! Bei http://www.thehindu.com/news/states/tamil-nadu/article2331534.ece?homepage=truen kann man nachlesen.