Jahres-Abschluß 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 04. Dezember 2014
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September 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 16. Oktober 2014
Am 7. September wurde ein kleines Mädchen im MHC willkommen geheißen. Die Kleine hatte es sehr eilig, auf die Welt zu kommen und war innerhalb einer Stunde geboren. Mutter und Kind sind wohl auf und schon nach kurzer Zeit nach Hause gegangen.
Mitte des Monats kam eine weitere Frau mit Wehen und wollte im MHC entbinden. Aufgrund schlechter Herztöne haben wir sie ins Sri Lakshmi Narayna Hospital verlegt. Das Kind wurde per Kaiserschnitt auf die Welt geholt und mußte auf Grund einer Mekoniumaspiration einen Tag beatmet und mit Medikamenten behandelt werden. Der kleine Junge hat sich aber schnell erholt und wurde nach zehn Tagen mit seiner Mama entlassen.
Am Ende des Monats bat ein Mann um einen Ultraschall für seine Frau, die starke Oberbauchschmerzen hatte. Sie war in der 32. Schwangerschaftswoche, Wehen konnten ausgeschlossen werden. Sie wurde bis zu dem Zeitpunkt in einer kleinen Krankenstation in der Nähe behandelt. Sie bekam Schmerzmittel und etwas für die Verdauung, allerdings ohne Erfolg. Die Frau kam in einem sehr schlechten Zustand bei uns an. Da wir keine Herztöne hören konnten, beschlossen wir die Frau sofort zu verlegen. Es war uns klar, daß wir ihr hier nicht helfen können. Zehn Minuten nachdem sie das große Krankenhaus in Villupuram erreichten, ist sie an einem Herzinfarkt gestorben. Wir sind alle sehr betroffen und können kaum fassen, was passiert ist.
Ansonsten war der September sehr ruhig.
Da die indischen Nurses das MHC beinahe alleine leiten können, wird unsere Hilfe nicht länger gebraucht. Es wurde mit dem Team von Pirappu und dem Team im MHC darüber gesprochen und entschieden, daß wir früher nach Hause zurück fliegen. Ab 1. Oktober wird alles von dem indischen Team geleitet. Bis Anfang November sind wir noch vor Ort bzw. telefonisch für das Team erreichbar.
Hiermit möchten wir, Cathrin und Conny, uns für die Zeit hier bedanken, die ihre Höhen aber auch Tiefen hatte. Es war eine sehr interessante Erfahrung mehrere Monate in einem fremden Land mit anderer Kultur und verschiedenen Wertvorstellungen zu leben und zu arbeiten. Wir werden die Zeit hier nicht vergessen!
August 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 16. September 2014
Der August in Tamil Nadu war für das deutsch-österreichische Team der Urlaubsmonat, wie in der Heimat. Ende Juli kam Cathrins Schwester mit ihrem Mann zu Besuch, gemeinsam reisten sie nach Kerala und haben die Zeit dort sehr genossen. Kurz nach Cathrins Rückkehr kam Connys Mann. Nach kurzem Aufenthalt im MHC ging die Reise für die beiden über den Süden Tamil Nadus ebenfalls nach Kerala. Mit vielen neuen Eindrücken zurück hatte Jürgen dann noch ein paar Tage hier in Anaiyeri um die nähere Umgebung und das tägliche Treiben im MHC kennenzulernen. Und noch während seines Aufenthaltes kamen Cathrins beste Freundinnen aus Graz. Für sie ging die Reise dann nach Goa, Hampi, Bangalore und auf die paradiesischen Andamanen.
Es gab im August auch einiges zu feiern. Die Tochter von Manimozhi bekam ihre ersten Ohrringe und das wird hier richtig gefeiert. Mit der Familie geht es in den Tempel und nach stundenlangen Zeremonien werden dann die Ohrlöcher gestochen. Leider müssen sie vorher ihre Haare opfern, das geht natürlich nicht ohne Tränen. Neue Kleider sollen über den Verlust hinweg trösten. Rubys Schwester steht kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes, auch das ist natürlich ein Grund zu feiern. Bei der sogenannten Bangles-Function werden der Schwangeren viele Armreifen übergestreift, die Glück bringen sollen. Einigen Lärm machte die Ganesha-Function, bei der grosse Ganesha-Statuen aus Pappmache oder Ton im Wasser versenkt werden. Buben und junge Männer begleiten Ganesha auf seinem Weg mit viel Trommeln, Tanz und lauter Musik.
Mitte des Monats bekam Cathrin die Gelegenheit ein anderes Projekt der PMD zu besuchen. „Home for Homeless“ heisst dieses und wird von französischen Studenten seit vielen Jahren finanziell aber auch mit körperlicher Arbeit unterstützt. Cathrin verbracht zwei Tage mit den Studenten am PMD Gelände und konnte ihnen auch beim Häuser bauen helfen.
Leider hat uns Ruby zum Ende des Monats verlassen. Wir bedauern sehr, dass es ihr nicht mehr möglich ist bei uns zu arbeiten. Für ihre Zukunft wünschen wir ihr alles Gute und hoffen sie doch ab und zu im MHC zu sehen, da sie ja um die Ecke wohnt.
Was sich als richtiger Selbstläufer entwickelt hat ist die wöchentliche Sprechstunde von Dr. Gowri, unserer Gynäkologin. Jeden Mittwoch ist reges Treiben in unseren Räumen. Bei diesen Vorsorgeuntersuchungen wurden drei Risikoschwangere selektiert und dann ins Sri Lakshmi Hospital verlegt. Auch diese Zusammenarbeit entwickelt sich sehr erfreulich. Alle Frauen die dort behandelt wurden waren sehr zufrieden, auch aus medizinischer Sicht ist die Betreuung dort sehr gut. Ein kleiner Lichtblick im sonst doch eher düsteren Krankenhausbereich.
Soweit geht´s uns beiden hier gut. Durch das gute selbstständige Arbeiten der Nurses werden die Tage für uns recht lang, da wir immer weniger zu tun haben. Es zeigt, dass das MHC immer besser auch ohne ausländischer Hilfe auskommt.
Ganz liebe Grüsse,
Cathrin und Conny
Juli 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 09. August 2014
Monatsbericht Juli
Es ist soweit! Die Nurses übernahmen ab dem 1. Juli die Leitung des MHC. Bisher hat das deutsch-österreichische Team alle Tätigkeiten begleitet und diverse Entscheidungen getroffen. Ab jetzt tragen die indischen Nurses die Verantwortung mit der Möglichkeit, sich immer bei uns zu melden. Bei Fragen oder Problemen sind wir jederzeit für sie da. Ab Jänner 2015 wird kein deutsch-österreichisches Personal mehr vor Ort sein, deshalb ist es wichtig die Selbständigkeit rechtzeitig zu trainieren. Wir sind positiv überrascht wie gut das eigenständige Arbeiten der Nurses funktioniert. Man merkt, dass sie sehr motiviert sind alleine zu arbeiten.
Seit 1. Juli haben wir zwei Neuzugänge im MHC-Team: Patrishia (fünfte Nurse) wurde mit ins Team aufgenommen, um immer zwei Nurses pro Dienst gewährleisten zu können. Sie ist mit großem Eifer und Begeisterung dabei, die vielen neuen Dinge für sie zu lernen. Frau Dr. Gowri, eine Frauenärztin, kommt jeden Mittwoch zur Sprechstunde und übernimmt die Ultraschalluntersuchungen. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut, auch die Nurses kommen mit ihr gut zurecht. Bisher kamen fünf bis acht Frauen wöchentlich, um die Ärztin zu sehen.
Am 6. Juli wurde der kleine Junge von Anthonyamal geboren. Nach einer für das Kind sehr anstrengenden Geburt kam er um 13:03 Uhr auf die Welt und hatte schwere Atemprobleme. Wir verlegten das Kind in das nächste Krankenhaus in Villupuram. Am 8. Juli bekamen wir den traurigen Anruf, dass das Kind in der Früh verstorben ist. Wir versuchten der Familie mit unseren Hausbesuchen ein wenig Trost zu spenden.
Mitte des Monats durften wir im MHC einen hohen Besuch begrüßen: Der Bischof von Pondicherry kam und sah sich unsere geburtshilfliche Station an. Er war sehr beeindruckt, unter anderem von der Sauberkeit, was er uns auf deutsch mitteilte. Er war in den 70ern für einige Zeit in Europa und hat auch in Deutschland gearbeitet.
Das 88. Kind durften wir am 25. Juli im MHC willkommen heißen. Sangheeta hat nach ihren zwei Töchtern einen wunderhübschen Sohn geboren. Sangheetas Schwiegermutter unterstützte sie während der Geburt. Der Familie geht es sehr gut, sie werden regelmäßig von den Nurses zu Hause besucht.
Die letzte Frau, die wir im Juli mit Wehen begleiten durften, haben wir nach langen Stunden ohne Geburtsfortschritt ins Sri Lakshmi-Hospital in der Nähe von Pondicherry verlegt. Dort kam dann per Kaiserschnitt ein gesunder Junge zur Welt. Für die Familie eine riesen Freude, da sie ihr erstes Kind zwei Wochen nach der Geburt verloren hatten. Dies war jetzt die 2. Verlegung in dieses Krankenhaus und wir sind mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden.
Um der Hitze etwas zu entfliehen fuhren wir, Conny und Cathrin, für ein paar Tage nach Mamallapuram an den Strand. Wir haben die Tage sehr genossen und konnte auch das WM-Finale auf einem großen Fernseher verfolgen. JUHUU Deutschland ist Weltmeister!
Ganz liebe Grüße senden wir euch aus Anaiyeri,
Conny und Cathrin
Juni 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 03. Juli 2014
Monatsbericht Juni
In Tamil Nadu ist die Ferienzeit zu Ende und schon sieht man in der Früh und am Nachmittag die Kinder in Schuluniform auf den Strassen rum laufen. Auch wir sind wieder zurück in den Schulen. Am 2. Juni gingen wir in mehrere Schulen in der Umgebung um den Direktor um Erlaubnis zu bitten, ein paar Unterrichtseinheiten abhalten zu dürfen. Es hat sich heraus gestellt, dass es mehr Sinn macht, nur mehr mit den älteren Mädchen über den Menstruationszyklus und die Schwangerschaft zu reden. Dieses Thema wird kaum im regulären Unterricht eingebunden. Vor Ort wurden dann viele persönliche Fragen gestellt, was uns ermutigte bei dem Thema zu bleiben. Die Mädchen wissen, dass sie einmal im Monat bluten, haben aber keine Ahnung was in ihrem Körper eigentlich passiert.
Zur Menarche (erste Regelblutung) wird ein grosses Fest gefeiert, aber die Aufklärung bleibt aus. Wir wurden zu einer hinduistischen Menarche Function eingeladen und mit einem kleinen Van auf indischem Wege transportiert: auf der Ladefläche stehend mit vierzig weiteren Gästen gings 30 Minuten von Anaiyeri nach Gingee über unzählige Schlaglöcher. Die Feier war mit vielen Zeremonien und Geschenken für das Mädchen sehr nett und nach einem leckeren Essen gings mit dem Bus auf normalen Weg wieder zurück.
Am 5. Juni bekamen wir Besuch aus Deutschland: Hebammenschülerin Lisa machte ihr Externat bei uns im MHC. Sie blieb mehr als drei Wochen und konnte einen guten Einblick in die Arbeit der indischen Nurses gewinnen. Wir hoffen sie hatte eine gute Zeit bei und mit uns und wünschen ihr hier nochmal alles Gute für ihre Zukunft!
Zwei kleine Jungs suchten sich den 24. Juni als Geburtstag aus: in der Früh um 8:20 Uhr wurde das 85. Baby im MHC geboren. Meenatchi hat ihren Sohn am Hocker geboren. Zur gleichen Zeit hatte auch schon Chitra Wehen. Sie bekam ihr zweites Kind 12 Stunden später um 20:57 Uhr: Shalom Shamuel. Auf die Frage ob Chitra gerne für die Sterilistation ins Krankenhaus gebracht werden möchte, fiel die Grossmutter ins Wort und sagte: „Nein, wir möchten noch ein Kind.“ Den Kindern geht es beiden sehr gut und wogen schon nach wenigen Tage mehr als bei der Geburt.
Nach einem Village Visit in Kedar kamen fünf Frauen voller Freude zur Yoga Class. Zwei Wochen später, rief eine Frau aus dem selben Dorf an und hat darum gebeten noch einmal zur Yoga Class zu kommen: es hat ihnen so gut gefallen. Viel Getratsche und Gekichere, aber auch grosses Interesse an neuen Übungen machten diesen Vormittag zu einem abwechslungsreichen Erlebnis für alle. Uns freute es sehr, dass sich die Frauen so wohl im MHC fühlen, dass sie sich selbst darum kümmerten noch einmal zur Yoga Class zu kommen.
Am 28. Juni mussten wir leider eine Gebärende verlegen. Nach vielen Stunden Wehen ohne ausreichendem Geburtsfortschritt fuhren wir Richtung Pondicherry in das private Hospital und Medical College „Sri Lakshmi“. Die Zusammenarbeit mit diesem Krankenhaus funktionierte sehr gut und wir werden auch in Zukunft dieses Hospital einem Governmetal Hospital vorziehen.
Die Fussballübertragungen sind leider sehr ungünstig für uns. Immer wieder müssen wir für verschiedene Spiele uns um 1:30 Uhr den Wecker stellen und dann ärgern wenn nach 20 Minuten der Strom ausfällt. Aber sonst geht es uns sehr gut!
Wir schicken ganz liebe Grüsse, Conny und Cathrin
Mai 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 22. Mai 2014
Pirappu- zweitägiges Meeting in Wertheim Dietenhan, 17.-18.5.2014
Was mag Hebammen nach ihrer Ausbildung oder nach vielen Berufsjahren motivieren, in Frankfurt in ein Flugzeug zu steigen, 8000 km in einem 10 stündigen Flug nach Chennai in Südostindien zurückzulegen, um fernab von Freunden und der Familie auf Taschengeldbasis bei einem Projekt zur Geburtshilfe mitzuarbeiten? Was veranlasst sie, ihre wichtigsten Dinge in einen Koffer für 23 kg zu packen, um in einer der ärmsten Gegenden Südostindiens zu leben und zu arbeiten?
Vielleicht ist es eine Mischung aus Reiselust, Mut zu Neuem und Unbekanntem, Ausstieg aus dem hektischen Klinikalltag in Deutschland und vor allem der Wunsch, das berufliche Können einer Hebamme in den medizinisch sehr unterversorgten Gebieten Südostindiens einzubringen und damit die sehr hohe Mütter-und Säuglingssterblichkeit in den ländlichen Gebieten Indiens zu verringern. Es ist aber auch der Auftrag, den in einer niederen Kaste geborenen und oft unwürdig versorgten Frauen Indiens eine menschenwürdige und hygienisch hochwertige medizinische Versorgung zu ermöglichen.
In den letzten drei Jahren ließen sich 14 deutsche und z.T. österreichische Hebammen von dem 2008 in Wertheim gegründeten Verein Pirappu gewinnen, um in Anaiyeri in Südostindien beim Aufbau und Betrieb einer Geburtshilfestation (Maternity- Health Centre: MHC) mitzuwirken und das dortige Projekt zu unterstützen. Sie waren jeweils zu zweit für sechs Monate mit vier indischen Schwestern in der Geburtshilfestation im Einsatz.
Der Verein Pirappu konnte diese Hebammen letztes Wochenende zu einem besonderen Treffen ins Bürgerhaus nach Dietenhan einladen. Zu Besuch waren die indische Ärztin Dr. Annie Marie Aruna und ihr Ehemann Mr. Anbarasu. Beide waren zu einem zehntägigen Besuch in Deutschland, verbunden mit einer Hospitation der indischen Ärztin in einem Klinikum in Landstuhl, um die dortige Geburtshilfe kennenzulernen.
Die Initiatoren des Projektes, Hebamme Hanka John aus Bremen und der Vorsitzende des Vereins Pirappu, Dr. Wolfgang Donné, berichteten anhand vieler Fotos zusammen mit den 14 Hebammen über die Entwicklung und die Arbeitsschwerpunkte der Geburtshilfestation in Indien. Neben Voruntersuchungen Schwangerer und Geburt finden Nachsorgeuntersuchungen der Mütter und Babies bei Hausbesuchen statt. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit sind sogenannte „village- visits“, zu welchen die in einer blauen Bluse und weißem Schal gekleideten und gut erkennbaren Hebammen zusammen mit den indischen Schwestern abgelegene Dörfer aufsuchen. Schwangere werden beraten, einfache Untersuchungen durchgeführt, die Arbeit im MHC vorgestellt, außerdem finden Beratungs- oder Aufklärungsgespräche sowie Schulungen in Gesundheits- und Hygieneerziehung statt. Freudig empfangen wird das deutsch-indische Team auch von den vielen Schulklassen, bei denen sie Unterrichtseinheiten zu Themen der Ernährung, Körperpflege, Aufklärung abhalten. Großen Erfolg zeigt auch die Ausbildung von vier indischen Schwestern, die nach Ablauf des Jahres 2014 und dem Abzug der deutschen Hebammen die Geburtshilfestation selbständig und eigenverantwortlich unter der medizinischen Leitung der indischen Ärztin Dr. Annie Marie Aruna weiterführen werden. Als neuer Arbeitsbereich kamen in den letzten Monaten Erste Hilfekurse für die Dorfbevölkerung sowie HIV-Aufklärungsprogramme hinzu.
Mr. Anbarasu, der Manager des MHC, bedankte sich sehr für die finanzielle Unterstützung durch den Verein Pirappu. Pirappu arbeitet mit der regierungsunabhängigen indischen Organisation PMD (People`s Purpose Development Society) zusammen. Mr. Anbarasu leistet als Sohn des Präsidenten der PMD gute Arbeit im organisatorischen Bereich.
Bei dem gemeinsamen Treffen in Dietenhan wurde auch über die zunehmende Übernahme der Geburtshilfestation in indische Hände beraten. Hierzu wird ab 2015 kein festes deutsches Team mehr vor Ort sein. Für weitere Fortbildungen werden deutsche Hebammen und die deutsche Ärztin Frau Dr. Horter-Weber in größeren Abständen für einige Wochen das Projekt besuchen. Die finanzielle Unterstützung bleibt jedoch zunächst noch weiterbestehen.
Die Wertschätzung der Arbeit des deutsch-indischen Teams drückt sich immer wieder in großer Dankbarkeit der indischen Landbevölkerung aus und darin, dass es seit Einsatz der deutschen Hebammen nun auch Babies mit Namen Yasmin, Ursula und Daniela gibt.
Das Projekt der Geburtshilfestation in Südostindien, die Situation der Frauen in dieser Gegend, viele herzlich lachende und dankbare Gesichter, die Bemühungen, Veränderungen gemeinsam mit einem deutsch-indischen Team herbeizuführen und gemeinsam von einander zu lernen, bewegt diese Hebammen, aufzubrechen, sich einzubringen und als Beschenkte zurückzukehren.
Heidrun Wießner
Schriftführerin Pirappu
April 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 13. Mai 2014
Zu Beginn des Monats kam Conny Stein, eine deutsche Hebamme, die gemeinsam mit Cathrin bis Ende Dezember 2014 im Projekt vor Ort bleiben wird. Beide werden die vier Nurses bis dahin so vorbereiten, dass sie das MHC ab Januar 2015 alleine leiten können. An dieser Stelle: herzlich Willkommen Conny!
Leider mussten wir auch wieder eine Hebamme verabschieden: Dorothea ging Anfang April zurück nach Deutschland, nachdem sie sechs Monate lang im MHC gearbeitet hat. Vielen herzlichen Dank für die tolle Unterstützung im MHC!
Der April blieb geburtenlos. Unsere Nurses haben dafür einen plausiblen Grund: Der April ist, gemeinsam mit dem Mai, die heisseste Jahreszeit. Jedes Jahr werden die verheirateten Paare zwei Monate voneinander getrennt. Diese zwei Monate sind genau neun Monate vor dem Sommer. So wird verhindert, dass die Frau nicht in der heissesten Zeit hochschwanger ist und ihren Geburtstermin hat. Sollte das stimmen, freuen wir uns schon auf den Juni!
Vorsorgen finden weiterhin regelmässig und gut statt. Hausbesuche waren auf Grund der mangelnden Geburten recht wenig. Wir hatten jede Woche ein bis zwei Village Visits, welche immer gut besucht wurden. Daraufhin fand auch jeden Montag die Yoga Class statt, mit immer vier bis fünf Schwangeren. Vor zwei Wochen dachten wir, es kommen nur wenige zur Yoga Class – wir waren dann ganz erstaunt, dass unser Fahrer sechs (!) Frauen in unser kleines MHC Auto stapeln konnte, die alle unser Haus sehen wollten. Die Frauen lachten und fanden es mehr amüsant als unbequem. Zurück ging es dann allerdings in der Ambulanz, damit sie diesmal etwas bequemer sitzen konnten.
Mitte des Monats fuhr Dr. Ursula Horter-Weber wieder nach Deutschland zurück. Es war toll, den „walking doctor“ (wie unsere indischen Freunde sie liebevoll nannten – sie spazierte jeden Tag gefühlte hunderte Kilometer) kennen zu lernen. Sie war eine tolle Hilfe und Unterstützung! Liebe Ursula, wir danken dir sehr für deinen vierten Einsatz im MHC!
Wir senden euch liebe Grüsse aus dem 40°C warmen Anaiyeri
Cathrin und Conny
März 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 05. April 2014
In den März starteten wir gleich mit einer wunderbaren und schnellen Geburt eines Buben. Der kleine Mann wurde von seinen zwei älteren Brüdern am nächsten Tag ganz herzlich begrüßt. Die Familie ist wohl auf und wurde im Laufe des Monats regelmäßig von uns zu Hause besucht.
Die Schulbesuche waren ein großer Erfolg. Wir gingen in zwei unterschiedliche Schulen. Eine der Schulen war eine Primary School mit Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren. Die andere Schule wurde auch von älteren Schülern bis etwa zum 16. Lebensjahr besucht. Die Schüler und Schülerinnen waren immer sehr aufmerksam und verstanden teilweise auch Englisch. (Da die Schulen öffentlich und nicht privat waren, wurde der Unterricht in Tamil abgehalten.) Wir hoffen, daß die Kinder und Jugendlichen einiges aus unserem Unterricht mitnehmen können.
Am 9. März beschlossen wir im Team einen Vormittagsausflug auf das Gingee Fort zu machen. Inklusive den Kindern unserer Nurses spazierten wir zu vierzehnt die steilen Stufen auf den riesigen Fels bergauf um von ganz oben die Aussicht und die alten Tempelruinen zu bewundern. Der Ausflug hatte allen sehr viel Spaß gemacht trotz der frechen Affen, die unseren Snack klauten oder dem Muskelkater am nächsten Tag. Nach dem Mittagessen kamen wir im MHC wieder an, nach zehn Minuten (wie ausgemacht) stand eine wehende Frau vor unserer Türe. Ein paar Stunden später kam dann das 81. Baby im MHC auf die Welt. Der kleine Junge brauchte in den ersten Minuten seines Lebens ein bisschen Starthilfe und wurde mit dem Beutel beatmet. Er erholte sich schnell und konnte bei seiner Mutter zu Ruhe kommen. Der Knabe entwickelte sich prächtig, was wir durch die Hausbesuche beobachten konnten.
Mitte des Monats fand unser erster “First Aid Village Visit” statt. Wir fuhren zu einem Dorf und luden alle Dorfbewohner ein bei unserem kleinen Erste Hilfe Kus teilzunehmen. Eine unserer Nurse erklärte den Jungen sowie den Alten wie unter anderem eine blutende Wunde zu versorgen ist, was man bei Verbrennungen macht oder wie man eine Person in die stabile Seitenlage legt. Der Besuch kam sehr gut an und wird auch in Zukunft in anderen Dörfern stattfinden.
Am 17. März kam Ursula (eine Gynäkologin aus Deutschland) an. Sie besucht das MHC bereits zum vierten Mal in den letzten drei Jahren. Sie bleibt bis Mitte April und unterstützt die Weiterbildung der indischen Nurses in verschiedenen Notfällen und bespricht mit ihnen kleine allgemein medizinische Fälle wie Bluthochdruck, Fieber oder Knieschmerzen.
Devi – wir feierten ihren Abschied vom MHC im letzten Monat – wurde diesen Monat verheiratet. Auch wenn ihre Hochzeit arrangiert wurde, freut sie sich sehr auf die Ehe. Damit der größte Teil des MHC Teams zur Hochzeit fahren konnte, borgten wir uns einen Bus von der PMD. Devi freute sich sehr, uns alle an ihrem Feiertag zu sehen. Nach Glückwünschen, Fotos machen und einem leckeren Essen ging es nach zwei Stunden auch schon wieder nach Hause.
Zu guter Letzt möchten wir über den Womans Day berichte. Wir drei (Ursula, Dorothea und Cathrin) wurden eingeladen am 30. Womans Day auf dem PMD-Gelände teilzunehmen. Wir waren als Ehrengäste geladen, saßen die ganze Veranstaltung auf der Bühne und wurden am Ende auch geehrt. Da alles auf Tamil gesprochen wurde, verstanden wir nur sehr wenig. Der jubelnden Frauenmenge nach waren die Reden der verschiedensten Personen auf der Bühne allerdings sehr gut.
Ein ereignisreicher Monat, wir freuen uns schon darauf, was uns der April bringt!
Ganz liebe Grüße aus dem MHC,
Dorothea und Cathrin
Februar 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 01. März 2014
Zu Beginn des Monats begrüssten wir eine neue Hebamme aus Österreich: Cathrin Winkler. Sie wird bis Ende des Jahres im MHC mitarbeiten und das Projekt unterstützen. Als “Willkommensgeschenk” kam in der Nacht vom zweiten auf dritten Februar eine Erstgebärende mit beginnender Wehentätigkeit. Zur Überraschung aller hatte die Frau innerhalb zwei Stunden geboren. Der kleine Mann hatte es so eilig, dass er die Unterstützung von einer Nurse oder Hebamme nicht brauchte. Mutter und Kind waren nach der Geburt beide wohlauf.
Am Ende der ersten Woche mussten wir uns gleich von zwei Hebammen verabschieden. Mira war seit August 2013 in unserem Team und war eine grossartige Unterstützung. Toni kam an Weihnachten ins MHC und half mit. Vielen Dank, dass ihr beide da ward.
Im Laufe des im Monats konnten wir wieder einige Village Visits organisieren und versuchen nach wie vor, dass sie auch regelmässig stattfinden. Auch die Schulbesuche von Januar konnten ausgebaut werden. Wir waren fünf Mal an Ruby’s Schule (Ruby ist eine Nurse, die nebenbei auch als Lehrerin arbeitet) und erklärten wie man gesund bleibt, gute Manieren oder den Menstruationszyklus. Ein besonderes Highlight war das Lied “Head and shoulders, knees and toes, knees and toes.” womit alle Kinder jeden Alters sehr viel Spass hatten. Für März und April konnten wir in anderen Schulen weitere Besuche organsieren und freuen uns schon sehr auf die Arbeit.
Am 25. um kurz nach eins in der Nacht erblickte ein Knabe das Licht der Welt. Obwohl sich seine Mama diesmal ein Mädchen wünschte, da sie schon drei Buben zu Hause hatte, freute sie sich sehr.
Zu guter Letzt fand Devi’s Abschiedsfunction statt. Wir fuhren dafür auf einen kleinen Berg in der Nähe des MHC, picknickten im Mondschein und tanzten zu indischer Musik. Devi ist eine unserer Nurses und war von Beginn des MHC Mitglied, sie hat tolle Arbeit geleistet. Mitte März wird sie heiraten und in eine andere Stadt ziehen, so dass es ihr nicht mehr möglich ist weiter bei uns zu arbeiten. Wir sind sehr traurig über ihren Abschied, wünschen aber das Beste für ihre Zukunft!
Liebe Grüsse aus dem MHC
Thea und Cathrin
Januar 2014
Geschrieben von: Super User
Erstellt: 02. Februar 2014
Das neue Jahr durften wir hier in Anaiyeri gleich zwei mal begrüssen: Einmal nach dem uns bekannten Kalender und einmal von 14.-16.01. – dem hinduistischen “Pongal”-Fest, bei dem neben dem Jahreswechsel beispielsweise auch die Kühe und Autos gefeiert werden. Das Team versammelte sich im MHC, um bei einer Zeremonie und einem gemeinsamen Essen den Tag zu verbringen.
In diesem Monat betreuten wir drei Gebärende im MHC, die wir leider aus verschiedensten Gründen in die Klinik verlegen mussten. Wir freuen uns, dass letztendlich alle wohlauf sind und wir die Frauen weiterhin mit Hausbesuchen betreuen können!
Etwas besonderes am Januar waren für uns die Schulbesuche, die wir gemeinsam mit unseren indischen Schwestern durchführten. An insgesamt fünf Tagen versuchten wir den Kindern im Alter von 11-14 Jahren das wichtigste über Ernährung, Hygiene und erste Hilfe beizubringen. Die SchülerInnen freuten sich besonders über unsere Besuche und genossen vor allem die Spiele und Lieder, die wir zu den Themen vorbereitet hatten. Auch uns machte es sehr viel Spass!
An zwei Sonntagen hatten wir auch die Gelegenheit 12- 15-Jährige über die Veränderungen im Körper, den weiblichen Zyklus, Schwangerschaft, Geburt und AIDS aufzuklären. In geschlechter-getrennten Gruppen war es möglich offen über diese Themen zu sprechen. Die Jugendlichen zeigten sehr viel Interesse!
In unseren Unterrichtseinheiten für die indischen Schwestern legten wir das Hauptaugenmerk auf die Wiederholung einiger Notfälle und bereits behandelter Themen, um Altes wieder aufzufrischen.
Liebe Grüsse aus Anaiyeri,
Thea, Toni und Mira