Der April 2011 5 Years, 8 Months ago  

Ihr Lieben zu Hause,

der April ist rum – Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie froh ich darum bin. Denn es gab diesen Monat einige schockierende Nachrichten und unschöne Mitteilungen, auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte. Diese Dinge sollte man erst mal in Ruhe mit allen Beteiligten besprechen und nach Lösungsansätzen suchen. Nur so viel, die Belastungen hier werden nicht weniger.
Deshalb diesen Monat auch nur eine kurze Zusammenfassung.
Wir haben Anfang des Monats ein Notstromaggregat gekauft. Wir erhoffen uns, dass damit ein Großteil unserer Stromprobleme gelöst werden kann. Das gute Stück ist am 29.April geliefert worden. Der Anschluss wird wohl in den ersten Maitagen geschehen, mit tatkräftiger Hilfe von Jakob Schaub, einem Elektriker aus der Schweiz, der auf seinem Rückweg von Bangladesch (wo er seit mehreren Jahren ein Hilfsprojekt leitet) nach Deutschland bei uns vorbeigekommen ist. Ich finde, das ist ein unglaubliches Engagement und wir sind wahnsinnig dankbar und froh um seine Unterstützung.
Eines der Personalbadezimmer im ersten Stock ist weitestgehend fertig gestellt und benutzbar.
Der „Steriraum“ ist fertig. Er macht seinem Namen nun auch volle Ehre und hat einen funktionierenden Autoclaven, den wir bereits ausgiebig genutzt haben. Naht- und Nabelbestecke, geburtshilfliche Zangen und Saugglocken, sowie Spekula sind sterilisiert.
Auch unsere Waschmaschine hat ihren Dienst begonnen.
Die Bettwäsche für die Kreißbetten ist fertig genäht.
Wir haben angefangen, die ersten Ausbildungseinheiten für unsere indische Krankenschwester/ Hebamme Mary-Agnes und Ärztin Annie durchzuführen.
Und nicht zuletzt haben wir bisher 3 schwangere Frauen zu Vorsorgeuntersuchung in der Geburtshilfestation begrüßen dürfen. Ich hätte bald nicht mehr damit gerechnet, dass ich in der Geburtshilfestation jemals das Geräusch eines laufenden CTGs (kindlicher Herztonschreiber) höre. Die Freude darüber schafft es allerdings nur für einen Moment, die oben erwähnten Belastungen zu verdrängen.
Außerdem haben wir Kontakt zu einer deutsch-indischen Klinik ca. 1 Stunde von Anaiyeri entfernt aufgenommen. Diese Klinik hatte letztes Jahr 50 jähriges Jubiläum und begann ihre Arbeit mit der Behandlung von Leprakranken. Mittlerweile ist es ein gut funktionierendes Allgemeinkrankenhaus und ein echtes Schmuckstück. Leider wurde uns erst im April von dieser Klinik berichtet. Somit können wir erst jetzt von ihren Erfahrungen profitieren, aber besser spät als nie. Wir versuchen eine gute Zusammenarbeit mit ihnen zu erreichen; die Möglichkeit unsere sämtlichen geburtshilflichen Medikamente bei ihnen zu bestellen wurde uns bereits zugesagt.
Ja, und ihr werdet es nicht glauben, die Visaverlängerung geht in die 2.Runde. Yippie! Alle Papiere sind eingereicht, inklusive neuerdings erforderlichem polizeilichem Führungszeugnis. Lasset uns warten!

So, dass war es diesmal in aller Kürze.

Genießt die kühle Luft in Deutschland, heiß ist auch nicht immer schön.

Alles Liebe

Hanka

Der März 2011 5 Years, 9 Months ago

Ihr Lieben zu Hause,

lasst mich diesen Monatsbericht mit der Neuigkeit beginnen, dass „wir“ – in dem Namen die Inder – seit dem 2.4.11 Weltmeister im Cricket sind! Da das Spiel nachmittags 14.30 Uhr begann, war es für uns, die eher nicht Cricketbegeisterten, die perfekte Möglichkeit wieder auf die Jagd nach noch Fehlendem für die Geburtshilfestation zu gehen, denn die Stadt war leer! Leider waren auch einige Geschäfte geschlossen, andere hatten trotz Öffnung keine Lust auf Verkauf, aber trotzdem konnten wir so einiges organisieren. Als dann abends gegen 22.30 Uhr der Sieg feststand, konnten auch wir das nicht überhören. Großartig!!! Knaller und Raketen und jede Menge Jubelrufe und nicht zu vergessen, alles was eine Hupe hat, benutzte diese auch. Da stellt sich schon so ein gewisser Lokalpatriotismus ein. WE ARE THE CHAMPIONS! Nach 28 Jahren, der nunmehr zweite Tittel für die Inder und dann auch noch im eigenen Land! Herzlichen Glückwunsch!!!
Zurück zu meinem Monatsbericht, der diesen Monat etwas holprig erscheinen mag.
Denn irgendwie kommen wir nicht so voran, wie gehofft. Zum einen stellt sich so nach und nach heraus, dass durch die lange Standzeit des Containers, doch mehr kaputt gegangen ist als zunächst gedacht. Das fängt bei sämtlichen sterilen Dingen, wie Handschuhe, Spritzen, Kanülen an, die alle abgelaufen sind und deshalb neu gekauft werden müssen. Und geht weiter bis zu den Akkus in einigen elektrischen Geräten, die durch fast 2 Jahre Nichtbenutzung total entladen waren und auch durch energisches Zureden nicht mehr zum Betrieb zu überreden sind. Sehr schade, denn es kostet nicht nur Geld, sondern vor allem unglaublich viel Zeit die nötigen deutschen Batterien, Akkus und Sicherungen hier in Indien zu bekommen.
Hinzu kommt, dass das Stromproblem noch immer nicht geklärt ist. Wir haben also weiter lustig blinkende ausgeschaltete! Glühbirnen des Nächtens in unseren Zimmern und eine nicht berechenbare Überspannung, die nicht nur unsere privaten Geräte, wie Laptops, zermürbt, sondern vor allem die medizinischen Geräte einfach, schnell und sicher kaputt macht. So haben wir nun nicht nur den Verlust des Druckers zum Schallgerät zu bedauern, sondern auch eine Untersuchungsleuchte und ein Absauggerät. Selbst beim Ultraschallgerät waren die Sicherungen schon durch und auch der Akku im Eimer; heißt, es braucht viel Zeit und Geduld und quasi eine Telefonstandleitung nach Deutschland, um das alles zu reparieren. Allerdings scheint es so, dass sobald ein Teil repariert ist, 2 andere dafür unsere volle Aufmerksamkeit beanspruchen. Nicht so schön, deshalb ist zurzeit nichts mehr am Netz, bis das geklärt ist.
Tja und da Wolfgang, naja und ich erst recht nicht, keine so wirkliche Erfahrung mit Stabilisatoren, Generatoren und UPS (Uninterrupted Power Supply) haben, können wir da auch wenig zur Hilfe beitragen. Und mir ist wirklich nicht klar, warum das alles so lange dauert, denn – lasst mich kurz überlegen – das ist doch nun alles keine Neuigkeit, oder?
Wie dem auch sei, erschwerend hinzu kommt, dass die letzte Märzwoche der Strom eigentlich mehr weg war als da. Und das heißt v.a. für Wolfgang, dass die handwerklichen Arbeiten überwiegend still liegen. So können wir zwar im Personalfrauenbadezimmer in der ersten Etage duschen, aber leider noch nicht zur Toilette gehen.
Sicher werden einige von Euch denken, dass wir ja nun mal in Indien sind und Stromausfälle, bzw. Stromprobleme kommen eben hier vor. So ist das nun mal. Außerdem kann man wohl eine Geburt auch bei Kerzenschein begleiten, das ging ja früher auch so.
Ja, da könnte man wohl recht haben und bei einer normalen Geburt spricht auch sicher nix gegen Stromsparmaßnahmen und Kerzenlicht, aber was wenn irgendetwas nicht normal läuft? Was, wenn Mutter und/oder Kind irgendwie Hilfe brauchen? Und von der Geburt mal ganz abgesehen, was passiert mit den kühlschrankpflichtigen Medikamenten, wenn der Strom, wie in der letzten Märzwoche ganze 2 Stunden am Tag da ist? Dann könnte man das Geld für die Medikamente auch gleich nehmen und in die Saale kippen – würde meine Mutter jetzt sagen.
Nun gut, das jetzt weiter auszubauen, würde zu weit führen, aber ich hoffe ihr versteht worauf ich hinaus will.
Während Wolfgang sich also ganz der Reparatur- und Einbauarbeiten widmet, sitze ich in der Sonne und freue mich. Ähm, das war ein Scherz!
Also, mein Monat sah wie folgt aus: Regale für den Lagerraum zusammenschrauben und selbigen einräumen, alles natürlich mit großartiger Hilfe von Gerda, Mary-Agnes und Annie. Wir haben den kompletten Containerinhalt katalogisiert, sortiert und in insgesamt 105 krabbeltiersichere Kisten verpackt; die Inventurliste für den Lagerraum umfasst 64 Seiten und ich möchte Euch jetzt tief beeindruckt sehen.
Mitte des Monats sind wir nach Chennai zum Flughafen gefahren, um Gerda wieder zu verabschieden (vielen Dank, auch an dieser Stelle für Deine Hilfe!) und konnten gleich noch medizinischen und handwerklichen Bedarf für die Station bestellen. Ja, leider nur bestellen, denn man kann hier nicht, wie bei IKEA kommen-aussuchen-bezahlen-mitnehmen. Also mussten wir 7 Tage später nochmal fahren, um alles abzuholen. Chennai bei 45°C im Schatten ist jedes Mal ein Erlebnis der besonderen Art. Dann hieß es also wieder die neuerworbenen Schränke für den Kreißsaal zusammenzubauen. Diesmal konnten Mary-Agnes und Annie es schon fast allein, auch wenn ihnen, glaube ich, immer noch nicht klar ist, warum es nicht besser ein Schreiner macht, auf den man 4 Wochen warten kann.
Außerdem haben wir einen Flyer für schwangere Frauen erstellt, mit Hinweisen zu den Vorsorgeuntersuchungen, Ernährung usw. Die Übersetzung vom Englischen ins Tamilische hat, jetzt bitte nicht wundern, für einen A4 seitigen Text ganze 3 Tage gedauert. Tamil ist also nicht nur für begriffsstutzige Ausländer wie mich eine Herausforderung, sondern auch für Muttersprachler selbst.
Dann haben wir 7 Meter Baumwolle gekauft, um das Spannbettlakenproblem für die Kreißbetten anzugehen.
Wir haben Hinweisschilder (wie: Bitte hier nicht rauchen und Bitte Handy im MHC ausstellen) erstellt und immerhin auch eine grobe Müllsortierungsordnung erarbeitet. Letztere habe ich in Pondicherry in einer mehrstündigen Aktion als Aufkleber drucken lassen, sodass nun bald jeder Mülleimer einen geklebt bekommt. Wir hoffen, das hilft, die Mülltrennung zu vereinfachen. Wenn dann das kleine Müllhaus von 12 qm mal seiner Bestimmung übergeben wird, woran nun schon seit Mitte Februar mehr oder weniger fleißig gearbeitet wird, steht dem neuen Müll-Management im Maternity-Health-Centre nichts mehr im Weg.
Der Spülraum ist nun auch nahezu fertig, heißt das Spülbecken hat Wolfgang wunderbar eingebaut, Wasserhahn sitzt, der Sterilisator seht an seinem Platz und der Wasser Zu- und Ablauf ist fertig. Bei der Rohrverlegung nach draußen hat Wolfgang ausversehen ein Ameisengroßlager in der Wand aufgespürt. Die Freude war auf beiden Seiten nicht übermäßig… Jedenfalls kamen die Tierchen in solchen Massen aus der Wand, dass nur der Großeinsatz von „Mortein“ (heißt so, wie es riecht und wirkt) half. Nun wird jedenfalls, ich glaube mittlerweile zum dritten Mal, eine Art Graben um das komplette Haus gezogen, diesmal aber wirklich 20 cm tief und gut 40 cm breit, der mit Schotter gefüllt wird, da dieser von Kleintieren dieser Art nicht besonders geschätzt wird.
Und dann hätten wir da auch immer noch das Frischwasserproblem. Das Wasser in den Tanks auf dem Dach sieht weiter trüb und dreckig aus. Aber auch da sind wir dran und man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.
Ja, und so zieht sich Monat für Monat hin. Es ist immer viel zu tun, so ist es nicht und es passiert immer wieder Neues, womit wir im Vorfeld niemals gerechnet hätten.
Wir versuchen tapfer zu sein, auch wenn das nicht immer leicht ist. Manchmal ist das alles nicht so einfach hier. Aber manchmal, wie am Abend des 2.4., wenn alles jubelt und sich freut und man sich irgendwie dazugehörig fühlt, ist es einfach nur schön.

In einem kleinen Ort auf dem Weg nach Anaiyeri steht an einer Schule geschrieben: Wenn Du nach Westen willst, dann gehe nicht nach Osten.
In diesem Sinne, behalten wir unser Ziel im Auge, auch wenn der Weg vielleicht etwas länger ist.

Bis bald!

Eure Hanka

Der Februar 2011 5 Years, 10 Months ago  

Ihr Lieben zu Hause,

ich möchte das „Ritual“ der Monatsberichte nicht vernachlässigen, deshalb jetzt erst mal einen kurzen Rückblick über den Februar, und dann möchte ich Euch natürlich über die weitere Öffnung der Holzboxen auf dem Laufenden halten.
Nachdem wir am 17.Februar die ersten zwei Holzkisten aus unserem Container erfolgreich geöffnet hatten, konnten die restlichen zwei Boxen erst am 1.März in Angriff genommen werden. Grund für diese Verzögerung war ein akuter Personalmangel, so dass Wolfgang, Gerda und ich es uns nicht zugetraut haben quasi allein-zu-dritt weiter zu machen. Und das war gut so. Denn die verbliebenen zwei Kisten beinhalteten die durchaus schwereren Gegenstände. Also haben wir die Zeit genutzt, um die Personaltoilette im 1.Stock fertig zu verfugen und nach einer Lösung für das „Spülenproblem“ in unserem Spülraum zu suchen. Jedes Krankenhaus sollte ja einen Raum haben, indem benutzte Instrumente gereinigt und sterilisiert, Putz- und Desinfektionsmittel gelagert werden und, wie in unserem Fall, eine Waschmaschine für die Klinikswäsche steht, eben eine sogenannte Spüle. Dafür braucht es natürlich auch ein Spülbecken und einen Wasser Zu- und Ablauf. Selbiger wurde im Zuge des Innenausbaus zu hoch angebracht, was sich nun als echtes Problem herausstellte, da ein Spülbecken zwar eingebaut werden könnte, dann jedoch das Abwasser aufwärts ins Abwasserrohr einfließen müsste. Also hat Wolfgang kurzer Hand die Wand aufgesägt und das bestehende Rohr freigelegt. Zum Glück, denn wie sich herausstellte, hätte dieses Rohr niemals Wasser geleitet und zu einer kompletten Überschwemmung geführt, da die Rohre nicht dicht verbunden waren und noch dazu kaputt. Dieser Zufallstreffer wirft nun jedoch die berechtigte Frage auf, wie denn wohl die anderen Rohre im Haus verbunden sind. Da hilft nur eins: Abwarten.
Außerdem haben wir Regale für den Store-Room gekauft und aufgebaut, sowie Türen für die Personaltoilette bestellt, die leider wieder umgetauscht werden müssen – sofern möglich – da sie einfach falsch gearbeitet wurden.
Unser Alltag sieht also weiter eher nach Handwerkerdasein aus, als nach Medizinern. Wobei ab und zu schon mal „Patienten“ nach kleineren Unfällen zu uns in die Station kommen, um z.B. eine Platzwunde o.ä. verbinden zu lassen. Das freut uns natürlich, da es ja ein gewisses Vertrauen der Bevölkerung zeigt.
Und dann habe ich im Februar das erste Mal ein richtiges Hindufestival miterlebt. Mehr oder weniger zufällig sind wir auf dem Weg dem zu einem Meeting mit Samy durch Aniyur gefahren. Dort empfingen uns schon etliche Menschen auf der Straße, recht ansehnliche Boxen mit ganz viel Musik und mit vielen Blumen und Obst geschmückte Traktoren. Erst auf den nächsten Blick wurde klar, dass nicht nur die Traktoren mit Obst geschmückt waren, sondern auch einige Frauen, die Zitronen an kleinen Haken in ihrer Haut hängen hatten. Nein, sie sahen nicht entspannt aus. In dem ganzen Gewimmel auf der Straße wurde erst nach und nach klar, dass die Traktoren in einer Art Prozession durch das Dorf gezogen wurden. Ja, sie wurden gezogen und zwar von 3-4 Männern, die ca. 10 cm große Haken in ihrem Rücken stecken hatten. Die Haut war durch das Gewicht des Traktors dermaßen unter Spannung, dass wir kaum glauben konnten, dass sie nicht reißt. Außerdem hing an jeder Seite des Fahrzeugs ein Mann in der Waagerechten, ebenfalls nur durch große Haken befestigt. Mit quasi offenem Mund und einer Mischung aus Faszination und Unverständnis haben wir diesem Umzug beigewohnt, da wir mit dem Auto auch nicht weiter kamen. Später fragten wir Samy nach dem Sinn dieser Veranstaltung. Nach einer kurzen Bemerkung von wegen alles religiöser Blödsinn, erzählte er dann doch, dass die Männer, die durch die Haken wie auch immer gemartert werden, dies wohl freiwillig tun, um durch Leiden in diesem Leben die Chancen auf ein besseres nächstes Leben zu erhöhen.
Heißt für mich im Umkehrschluss, dass ich in meinem nächsten Leben sicher keine Minute mehr warten muss. Jippie!!!
So, ihr Lieben, nach dieser erbaulichen Nachricht, spann ich Euch nicht länger auf die Folter und berichte ganz fix, was die weitere Öffnung der Holzboxen ergab.
Alles ist in Ordnung! Kein Schimmel, keine Ameisen, kaum Rost. Alles gut! Das Auspacken an sich war noch einmal ein Kraftakt, der seinesgleichen sucht, aber mit Hilfe von 8 starken Männern und beinah genauso starken 5 Frauen, haben wir es geschafft. Mir war zwischendurch vor lauter Aufregung so schlecht, dass ich wohl ganz grün aussah, aber wo gehobelt wird…
Jedenfalls ging alles ohne Probleme; in der Tat ein richtiges Hand in Hand arbeiten, was totalen Spaß gemacht hat. Das Beatmungsgerät in den OP, die Reanimationseinheit für Neugeborene in den 1.Kreißssal, der Gyn-Stuhl ins Arztzimmer, OP Tisch und Lampen in den OP, usw. Alles war wie bisher super verpackt und funktioniert soweit man das im Schnellcheck sagen kann. Und so langsam aber sicher, sieht das Haus wirklich nach „Krankenhaus“ aus. Als dann am Nachmittag noch die gut 800 kg Tupfer, Handschuhe und Verbandsstoffe ausgepackt waren und somit auch die letzte Kiste quasi ohne Makel ausgeräumt war, kam neben sehr großer Erleichterung und Freude, auch die ganz große Erschöpfung. Was für ein Mammut-Akt!
Trotzdem wollten wir noch unbedingt den Stecker des Ultraschallgerätes in die Steckdose stecken. Und was soll ich Euch sagen, meine Leber ist in Ordnung! Heißt: ES FUNKTIONIERT! Kaum zu glauben, aber 1 ¾ Jahr in Sonnenhitze und Regen scheint dem Inhalt des Containers aber auch so gar nichts ausgemacht zu haben.
Ja, 1 ¾ Jahr im Container und nichts passiert, aber in der ersten Nacht in der Geburtshilfestation kommt eine kleine unschuldige Überspannung von ca. 300 V angerollt und zack funktioniert der Drucker vom Ultraschallgerät nicht mehr. Da fällt mir dann auch keine Bemerkung mehr zu ein…
Hinzukommt, dass in meinem Zimmer die, wohlgemerkt, ausgeschaltete Glühbirne nachts immer ein wildes Zucken und Leuchten bekommt, was mich schon die ein oder andere schlaflose Minute gekostet hat, da ich befürchten musste, dass es nun so langsam losgeht und ich vielleicht morgen bunte Zebras sehe. Aber wahrscheinlicher ist wohl, dass das mit der fraglichen Stromverlegung zusammenhängt.
Also, das Stromthema ist noch immer nicht vom Tisch und es bleibt diesbezüglich weiter mehr als spannend!

Soweit die Neuigkeiten von hier.

Alles Liebe

Eure Hanka

P.S. Die Bilder zu den Berichten sind nun wieder, wie gewohnt, in der Bildergalerie zu finden.

Der 17.Februar 2011 5 Years, 11 Months ago

Meine Lieben zu Hause,

der 17.Februar 2011 war ein historischer Tag! Und daran möchte ich Euch, wenn auch etwas verspätet, teilhaben lassen…
Zum einen bin ich am 17.Februar zum 2.Mal Tante geworden!!! Luis ist da!!! Die ersten Fotos haben mich am nächsten Morgen per E-Mail erreicht (es lebe das Internet!!!) und, was soll ich sagen, ich bin verliebt! Was für ein herrlicher kleiner Kerl! Mutter und Kind sind wohlauf und mir bleibt nur, mich, gute 9000 km weit weg, einfach riesig zu freuen! Und das Gefühl überwiegt, auch wenn ich schon traurig bin, nicht da sein zu können…

Zum anderen haben wir am 17.Februar die ersten zwei Holzkisten aus unserem Container ausgepackt.
Nachdem wir am 2.Februar den Container geöffnet und die 4 großen Holzkisten (zum Teil über 1 Tonne schwer; siehe auch den Bericht unter „Aktuelles“) mit Hilfe eines Gabelstaplers vorsichtig heraus geladen hatten, mussten wir leider mit dem Ausräumen der Kisten noch warten, da einen Tag vor der Containeröffnung begonnen wurde, das Dach im Treppenhaus zu reparieren. Somit war also das Haus wieder „offen“ für Streifenhörnchen, alles Mögliche an Flug- und Krabbelinsekten und eben auch Unmengen an Staub. Am 15. Februar war das Dach dann soweit fertig; ein Regenhärtetest wird leider erst beim nächsten Monsun zeigen, ob diese Arbeiten denn nun erfolgreich waren. Somit konnten wir am 16.Februar das Haus wieder einmal komplett auf den Kopf stellen, putztechnisch gesehen und am 17. Februar, morgens 9 Uhr ging es los.

Leider war das auch ein Tag, an dem unsere beiden Putzfeen und auch Mary-Agnes (unsere indische Hebamme) sehr wichtige Termine auswärts zu erledigen hatten. Also blieb nur der harte Kern der Mannschaft Anbarasu, sowie der Bruder von Lourdesamy (auch ein Wachmann), Gerda (eine Bekannte von Josef, die aktuell einen Großteil Ihres Jahresurlaubs hier verbringt, um uns unter die Arme zu greifen; dafür auch an dieser Stelle DANKE!), Wolfgang und ich.
Drei Männer, zwei Frauen, 1 Akkuschrauber und 2 herkömmliche Handgeräte. Dazu gefühlte 150 Schrauben, die seit 1 3/4 Jahren in dem Holz der Kisten saßen und eher wenig Lust hatten dieses wieder zu verlassen. Und dazu dann noch gut 35°C im Schatten und ab 10 Uhr Stromausfall. Macht zusammen sehr viel Spaß!!! Was jetzt ausnahmsweise mal nicht ironisch gemeint war. Es war wirklich ein gutes Arbeiten, gegen 11 Uhr hatten wir die erste Kiste geöffnet, zuerst der Deckel, dann die Vorderseite, da beides mit ebengenannter Schraubenzahl hübsch verbunden war. Und dann sahen wir den Inhalt das erste Mal komplett:

2 Patientenuntersuchungsliegen und 12 Bundeswehrkisten.

Unglaublich! Alles unversehrt! Kein Schimmel, keine Ameisen, kein Rost, nix! Alles ganz! Die Liegen passen perfekt in die dafür vorgesehenen Zimmer und sehen toll aus! Den Inhalt der 12 Kisten haben Gerda und ich in geduldiger Kleinarbeit ausgeräumt und zunächst auf einer großen Folie im 1 Stock sortiert. ALLES IST IN ORDNUNG!!!
Von diesem Erfolg dermaßen motiviert, ging es direkt nach dem Mittagessen weiter. Da konnte uns auch der noch immer anhaltende Stromausfall nicht aufhalten – Akkuschrauber werden eh überbewertet, es lebe die Handarbeit! Nach über einer schweißtreibenden Stunde hatten wir dann auch diese Kiste geknackt und siehe da: 2 herrliche Kreißbetten und etliche Plastikkisten mit Fachliteratur.

Nur, wie diese Betten (eins etwa 250 kg schwer) aus dem Karton über die Eingangstreppe ins Haus bekommen? Gerade als wir diesen Gedanken laut ausgesprochen hatten, kam Lourdesamy (unser Hausbewacher) zur nachmittäglichen Stippvisite aufs Grundstück. Anbarasu schickte ihn aber gleich mit der Bitte um „Manpower“ Hilfe zurück auf die Straße, wo er umgehend 2 doch recht kräftige junge Männer fand, die gerne mit angepackt haben. So ist das eben auf dem Dorf, da ist Anaiyeri auch keine Ausnahme. Gerda und ich fungierten als Lotsen, während 5 Männer unter schnaufen und stöhnen ein Bett nach dem anderen über 3 Treppenstufen in den Eingangsbereich der Geburtshilfestation schleppten. Von dort konnten sie dann ohne Probleme in die Entbindungszimmer geschoben werden. Und sie sehen wunderbar aus!!! Der Strom kam gegen 19 Uhr wieder und dann wurde es nochmal spannend. Funktionieren die Motoren in den Betten noch? Wir hatten aus Krankenhäusern in Wittlich und Mainz halbautomatische Kreißbetten geschenkt bekommen, heißt: Fußteil ist manuell zu bedienen und Kopf- und Beckenteil automatisch per Fernbedienung.

Und das Unglaubliche passierte: Stecker in die Steckdose und alles funktioniert!!!
Jubel!!!
Auch die CTG-Geräte, die wir bisher aus den Kisten bergen konnten, laufen ohne Probleme.
Es ist einfach nicht zu fassen und wir sind unglaublich dankbar und froh!!!

Ihr seht, ein historischer Tag!

Nun endlich auch an dieser Stelle ein GANZ GROSSES DANKESCHÖN den Mitarbeitern der Firma Konex, für die unglaublich professionelle Verpackung! Ohne diese wäre sicher der überwiegende Teil der Spenden in dem Container nicht mehr zu verwenden.

Ich halte Euch über den Zustand der restlichen zwei Kisten auf dem Laufenden.

Bis dahin

Eure Hanka

Der Januar 2011 5 Years, 11 Months ago   

Ihr Lieben zu Hause,

Sicher fragt Ihr Euch schon, ob denn bei unserer Einreise nach Indien alles geklappt hat.
Ihr werdet es nicht glauben, no problem at all! Beim Einchecken in Deutschland hatte zwar die Dame am Schalter offensichtlich einen schlechten Tag, kann ja mal passieren. Deshalb durften wir die Koffer öffnen und das Gewicht gleichmäßig verteilen (ein Koffer hatte 26kg der andere 34kg, nein, das geht natürlich gar nicht!) Keine Sorge, ich habe nicht aus Versehen meinen ganzen deutschen Hausstand mitgenommen, das meiste war für die Geburtshilfestation, Sachen eben, die man in Indien nicht bekommt – mal abgesehen von 5 Tüten Haribo und der ein oder anderen Packung Mirácoli.
Jedenfalls sind wir ohne Probleme durch die deutschen Passkontrollen gekommen, der Flug war wunderbar und der Passkontrolleur in Indien warf einen kurzen Blick auf unsere ganzen Papiere, einen etwas längeren Blick auf die unglaublich lange Schlange hinter uns, sagte „Ok, no problem“ und durch waren wir.
Kaum zu glauben!
Unser Gepäck wartete auch schon auf uns, also nix wie raus aus dem Flughafen. Und da war es wieder, Indien! Warm. Laut. Unglaublich hell und viele schreiende Menschen.
Nachdem mir der Abschied von meiner Familie und meinen Freunden diesmal doch sehr schwer gefallen ist (nach dem letzten deutschen Telefonat mit meiner Mutter am Flughafen war das leider ganz offensichtlich), war dieses Raustreten aus dem Flughafengebäude wie eine Umarmung. Zurück. Endlich.
Und der erste Tag ging gut weiter. Nachdem wir uns im Hotel kurz frisch gemacht hatten, sind wir weiter zur Visaverlängerungsbehörde – Ihr erinnert Euch, uns fehlte noch immer der Stempel im Pass. Nachdem wir irgendwie das richtige Gebäude gefunden hatten, saßen wir da und warteten. Es verging eine Stunde – nix passierte. Es verging eine weitere Stunde – nix. Nach der dritten Stunde durften wir unser Anliegen vortragen und die Pässe abgeben. Nach der vierten Stunde bekamen wir zwei Briefe für den Police-Officer in Viluppuram (Portosparaktion) und unsere Pässe zurück – nur ohne Stempel. Nach kurzer Diskussion durften wir wieder Platz nehmen – ohne Pässe wohlgemerkt – und hatten 30min später, Tatsache einen Stempel über die Verlängerung unserer Arbeitsvisa in unseren Pässen.
Tja, es geht doch!
Leider ging dann der Rest des Monats nicht so gut weiter.

Problem 1: Das Auto.

Bevor wir nach Deutschland gefahren sind, hatten wir das Auto einem guten Bekannten, ich würde schon sagen Freund, zur sicheren Verwahrung gegeben, da es uns in unserer Straße in Pondicherry nicht wirklich gut aufgehoben schien. Denn hier sind des Nachts auch schon mal betrunkene Halbstarke am Start – ja, die gibt es hier auch – die das Kleine angepinkelt haben und dann auch noch übers Dach gelaufen sind. Also dachten wir, unter Beobachtung unseres Freundes, in seinem Carport direkt vor seinem Haus, ist es besser aufgehoben. Falsch gedacht. Dem Auto ging es zwar soweit gut, nur fehlten leider sämtliche Sticker (gespendet von, etc.), die Anschnallgurte waren abmontiert, der Erste Hilfe Kasten fehlte und insgesamt wurden über 1000km damit gefahren. Was für eine Enttäuschung! Sicher, man könnte auch sagen: „Es ist ja nur ein Auto und es fährt doch auch noch gut, also. Seid nicht so materiell!“ So würden wir vielleicht denken, wenn das Auto denn wirklich uns gehören würde, tut es aber nicht. Es ist eine Spende der „Indienpartnerschaft des Auguste Victoria Gymnasiums“ in Trier an die PMD und wir dürfen das Auto nutzen, solange wir in Indien sind. Somit ist uns natürlich der Zustand des Autos sehr unangenehm und die berechtigten Nachfragen von deutscher Seite verständlich. Wir haben das Auto durchchecken lassen und natürlich auch neue Sticker bestellt. Es ist soweit wieder in Ordnung.
Hinzu kommt die große menschliche Enttäuschung, weil wir mit dem Verhalten unseres „Freundes“ nie und nimmer gerechnet hätten. Manchmal erkennt man eben zu spät, wie ein Mensch wirklich zu einem steht und wem man vertrauen kann; dies gilt leider nicht nur für die Inder.

Problem 2: Die Geburtshilfestation

Durch diese Erfahrung doch etwas niedergeschlagen sind wir dann umgehend zu der Geburtshilfestation nach Anaiyeri gefahren. Und mein erster Eindruck war, wie eigentlich immer, wunderbar. Die Mädels (Seely und Selvi, unsere beiden Putzfeen und Mary-Agnes, unsere Hebamme und Mitarbeiterin am Projekt) haben sich riesig gefreut uns zu sehen. Mr. Lourdesamy (unser Security-Mann) kam etwas später und lachte, dass es nur so gluckerte, vor lauter Freude. Und dann wurde erzählt und berichtet, was die letzten Wochen so passiert ist. Neben familiären Dingen, z.B. das Mary-Agnes ihr Mann über die Wochenenden Arbeit gefunden hat und dass die Frau von Lourdesamy ins Krankenhaus musste, da sie Bluthochdruck und Diabetes hat – was wohl in der Gegend um Anaiyeri eine sehr häufige Kombination ist - , wurde natürlich auch übers Essen und Wetter geredet. Geregnet hatte es nur 3 Tage. Das wunderte uns, denn in Pondicherry (gut 70 km weiter östlich) erzählte man uns, dass es viel und heftig geregnet hat, aber wahrscheinlich ist der Monsun eben ein nicht zu planendes Ereignis. Was uns aber am brennendsten interessierte, war natürlich, was am Haus selbst so passiert ist. Die Mädels haben regelmäßig geputzt und das sah man auch, denn es glänzte, dass es eine Freude war. Die Elektriker aus Viluppuram waren an 3 Tagen da und die Stromprobleme scheinen alle gelöst. Auch die Wassertanks auf den Dächern wurden regelmäßig gereinigt, was eigentlich gar nicht auf dem Plan stand. Ein Blick in die Tanks zeigte dann jedoch trotzdem sehr trübes Wasser und einen mit Sand besetzten Boden. Das Wasser, welches die Quelle fördert, scheint also noch immer nicht in Ordnung zu sein. Wo wir dann schon auf dem Dach waren, mussten wir leider feststellen, dass die Risse, die über das komplette Dach ziehen, unverändert waren. Auch an den Fenstern und im Treppenhaus hatte sich bezüglich des Reinregnens nichts getan. Und so ging es dann Stück für Stück weiter. Die Abwasserrohre unserer Minikläranlage lagen so da, wie wir sie verlassen hatten, der Abflussgraben vor dem Haus war weiterhin mit Müll, Steinen und Erde verlegt und auch von einer kleinen Stellfläche für die Mülleimer war nichts zu sehen.
Nun gut, dachten wir, reden wir erst einmal mit Annie, Anbarasu und Samy darüber.
Das Gespräch ergab, dass in den 4 Wochen unserer Abwesenheit das Stromproblem behoben wurde. Leider konnten, so sagte Samy uns, aufgrund des Monsunregens keine weiteren Arbeiten erledigt werden.

Hinzukommt

Problem 3: Annie arbeitet in einer Privatklinik in Viluppuram

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Ich habe ca. 20 Stunden gebraucht diese Info einzuordnen. Wolfgang war da erstaunlich schneller. Jedenfalls ist es so, dass Annie (unsere indische Ärztin und Mitarbeiterin am Projekt) seit Anfang des Jahres in einer Chirurgischen Privatklinik in Viluppuram von 8 bis 16 Uhr arbeitet. Das kann ich auf der einen Seite verstehen, sie möchte Erfahrungen sammeln und medizinisch Arbeiten.
Bisher war Anuj (ihr nun einjähriger Sohn) der Grund für ihre mehr oder weniger kurzen „Besuche“ in Anaiyeri, was ich auch nachvollziehen kann, denn die Fahrt von über 30 min. auf extrem schlechten Straßen ist für das Kind sicher keine Freude. Um ihn jedoch an die neue Umgebung und an ein Kindermädchen aus der Gegend zu gewöhnen, hatten sie beschlossen, nach Anaiyeri zu ziehen. Diese Idee fand ich, nach etwas Bedenken, gar nicht schlecht, weil ich auch dachte, dass sie vielleicht dann Zeit hat, um, zusammen mit Mary-Agnes, das ein oder andere vorzubereiten (Bewerbungsgespräche von Schwestern/Hebammen zu planen, Fortbildungen, Arbeitsstandards, etc.), damit wir nach unserer Rückkehr richtig durchstarten können.
Leider sind sie bisher - sicher auch wegen der Arbeit in Viluppuram - noch nicht umgezogen, und somit ist von alle dem, was ich mir so gedacht hatte, nichts passiert.
Ein eindeutiger Fall von zu hohen Erwartungen meinerseits.
Wie dem auch sei, das Enttäuschungsmoment saß auch hier wieder recht tief und es bleibt

Problem 4: Wie soll es weiter gehen?

Zunächst haben wir versucht die Ereignisse hier und unsere Enttäuschung darüber in Worte zu fassen.
Daraufhin haben wir wenig Unterstützung erfahren…
Dann hatten wir, seit dem dies alles passiert ist, einige Nächte zum „darüber schlafen“ bzw. Zeit zum Reden und Denken, wahlweise Nachts, denn schlafen war nicht so…
Ergebnis: Wir wollen die Arbeit in der Geburtshilfestation beginnen. Soviel ist klar.
Und wir haben noch nicht komplett die Nase voll, denn Wolfgang steht wieder in den Gräben für die Abwasserrohre, wundert sich und macht es nun am Ende wirklich selbst, auch wenn das nicht unseren Ansichten von interkultureller Zusammenarbeit, um nicht zu sagen Entwicklungsarbeit, entspricht. Aber ohne seinen Einsatz im „Rohrgraben“ würde die teuer (vor allem im zeitlichen Sinne) erkaufte Minikläranlage sehr schnell nicht mehr funktionieren und unbenutzbar sein. Und ohne Toilette ist das Haus natürlich auch nicht einsatzbereit. In diesem Zusammenhang möchte ich nochmal an unser Vorhaben hier erinnern: Vorsorge ist besser als Heilung. Das trifft eben auch auf die Umstände im und am Haus zu. Sicher könnte man zuwarten, bis ein Problem eintritt, auch wenn man es bereits vorhersieht. Aber sind wir dann besser dran, wenn z.B. ein Toilettenproblem entsteht und das „Krankenhaus“ bereits im Dienst ist? Sollte man nicht alles tun, dies, soweit es geht, zu verhindern?
Nun gut, diese Arbeiten sind jedenfalls jetzt beendet.
Das Wasserproblem werden wir versuchen, mit Hilfe von Filtern zumindest vorrübergehend zu lösen. Und zum Thema rein regnen und Müllstellplatz, sagte man uns, dass sich gekümmert wird.
Ok.
Ganz vorsichtig wage ich mich mal wieder an so etwas wie einen Plan heran:
Wir werden versuchen Anfang Februar den Container auszuräumen, werden dann die Geburtshilfestation fertig einrichten und tapfer weiter alles versuchen, um mit der medizinischen Arbeit zügig beginnen zu können.
Denn: Die Geburtshilfestation wird mit großer Freude in und um Anaiyeri erwartet!
Zumindest haben wir von einem Bewohner Anaiyeris ungefragt viele aufbauende Worte gesagt bekommen. Er könne gut verstehen, dass es aufwendiger ist ein „Hospital“ zu bauen und dass es deshalb auch länger dauert; schließlich soll es ja richtig gut werden und nicht irgend so ein „bullshit“ (O-Ton). Er und seine Leute würden 100% hinter uns stehen.

Ich kann mir vorstellen, dass die Situation hier in Indien für Euch wahrscheinlich noch viel schwieriger nachzuvollziehen ist, als für uns.
Es ist keine einfache Zeit, für jeden von uns.
Deshalb DANKE an alle, die trotzdem hinter uns und dem Projekt stehen!

In diesem Sinne

Bleibt mir gesund!

Eure Hanka